Love it, leave it or change it

Dieser Ausspruch, welcher wahrscheinlich fälschlicherweise Henry Ford zugeschrieben wird, hat mich schon oft in allen möglichen Lebenslagen angesprochen, egal ob privat oder beruflich. Mein Bruder hat oft zu mir gesagt: „Was Du nicht ändern kannst, lerne lieben!“. Auch sehr wahr, aber hier fehlt mir die Variante, Dinge, die ich nicht aushalte, zu (ver-) lassen.

Die Gefahr ist, es mir zu einfach zu machen: Es gibt ein Problem, also gehe ich. Z. B. die Arbeitsstelle wechseln. Ich darf nie aus den Augen verlieren, dass es ja mal einen Moment in meinem Leben gab, an dem die Annahme dieser Aufgabe mir als richtig erschien. Was hat sich nun geändert? Gibt es nicht noch etwas „in diesem Laden“, was mir so richtig gut gefällt? Es ist immer leicht, das Negative zu finden und dabei das Positive außer Acht zu lassen. Dabei wird das, was nicht passt immer größer und größer. Und kann ich dieses Problem nicht auch anders lösen, z. B. mit einem klärenden Gespräch? Kann ich mich verbünden mit jemanden, der dasselbe Problem hat? Wie geht diese Person damit um? Kann und will ich das auch? Ist geteiltes Leid nicht halbes Leid und sind wir nicht gemeinsam stark, so dass das Problem plötzlich gar nicht mehr so groß ist und sich gemeinsam lösen lässt?

Die Suche nach Verbündeten ist immer eine gute Idee und wenn es nur ist, um mein Herz auszuschütten und auch so die Gefühle zu verändern. Vergessen wir nie, dass wir doch soziale Wesen sind. Ohne die anderen sind wir nichts, hätten die Evolution wohl kaum bis hierher überstanden. Also ist es gar nicht notwendig, die schweren Dinge alleine zu bewältigen. Und dies muss nicht immer der Partner sein.

Auch in der Beziehung lohnen sich Chancen und ruhige Gespräche immer, um Klarheit zu bekommen. Was will ich, was will der andere? Können wir das nicht hinbekommen? Wir sind ja aus einem bestimmten Grund zusammen… oder waren es jedenfalls einmal. Aus der Beziehung herauszuwollen, kommt in Phasen sicherlich bei jedem vor. Aber ist es nicht auch gut an einer Partnerschaft zu arbeiten, sofern beide es wollen und so daran zu wachsen, jeder persönlich, aber vor allem miteinander. Bei Beziehungsproblemen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es um unerfüllbare Erwartungshaltungen geht. Aber in jedem Fall um mangelnde Fähigkeiten in der Kommunikation. Hier gibt es immer wieder die gleichen Probleme wie ein schlechter Zeitpunkt, falsche Botschaften, die Haltung gegenüber des anderen, Vorwürfe, Abschweifen vom Thema oder Punkte sammeln, wer denn nun als Sieger hervorgeht. Leider gehen bei dieser Form der Gespräche immer beide als Verlierer auseinander. Dabei ist es gar nicht so schwer zu lernen, wie ich dem anderen, aber auch mir, mit Respekt gegenüber trete. Mit nur ein paar Kleinigkeiten ist es möglich, dass beide Partner als Gewinner etwas über sich und den anderen lernen.

Als schwierig empfinde ich, etwas zu mögen, was mich absolut nervt. Ich muss nicht zu allem Ja und Amen sagen. Da finde ich die Möglichkeit, etwas zu ändern, immer sympathischer. Denn VORSICHT: Wenn wir alles so lassen, stellen sich andere Probleme ein, oder bei er dritten Variante „change it“ ist es ja meist so, dass wir unsere Probleme mitnehmen und sie mir von einer anderen Person oder Situation aufgezeigt werden. Dann beginne ich wieder von vorn.

Es wäre also gut, anzuschauen, wie ich Dinge verändern kann: Warum genau stört mich etwas, was macht das ganz genau mit mir? Seit wann stört es mich, woher kommt das? Wurde ich so geprägt, ist es ein Wert von mir, der verletzt wird, oder ist es nur eine Lappalie? Den Blick auf sich selbst zu richten, ist für die persönliche Entwicklung immer hilfreicher, als bei dem anderen zu schauen. Hier kann ich vielleicht einen Ansatz zur Lösung finden. Und wenn ich mich dann durch Innenschau und somit Verarbeitung alte Strukturen verändern kann, will ich dann vielleicht das Problem ablegen und es so „lieben lernen“?

Und wenn das alles nicht geht, nichts gelöst werden kann, dann ist immer die Chance da, zu gehen, neu zu beginnen. Aber ist die Situation es nicht wert, genauestens betrachtet zu werden, bevor ich vielleicht verliere, was sich doch zu lieben lohnt?

Vielleicht ein bisschen was zum Nachdenken.

Vielleicht suchen Sie nach einer Lösung für Ihr Problem und kommen nicht darauf? Dann melden Sie sich gerne bei mir. Gemeinsam kann es leichter sein.

Petra Donner

Sie möchten mehr erfahren oder einen Termin buchen? Kontaktieren Sie mich!

Ähnliche Beiträge

  • 24 Dinge

    … die glücklich machen und nichts kosten. Dies fand ich neulich in einer Illustrierten. Das hat mir sehr gefallen, daher möchte ich es gerne mit Euch teilen. Vielleicht findet Ihr etwas, was auch auf Euch zutrifft. Es passt natürlich nie alles. Pickt Euch die Rosinen heraus! Im Bett zu liegen und dem Regen zu lauschen….

  • Hypnose bei Angst- und Panikstörung

    Bei Angst- und Panikstörungen kann Hypnose dabei helfen, die oft unbewussten Auslöser und Muster der Angst zu erkennen und zu bearbeiten. In der Praxis arbeite ich gemeinsam mit den Klient*innen daran, Ängste in einem sicheren Rahmen zu betrachten und neue, hilfreiche Verhaltensweisen und Denkmuster zu verankern. Die hypnotische Trance ermöglicht es, Distanz zu belastenden Gefühlen zu gewinnen und positive innere Bilder zu entwickeln.

  • Autofahren – Endlich entspannt durch Hypnose

    Der Straßenverkehr ist ein komplexes Zusammenspiel von Aufmerksamkeit, Reaktionsschnelligkeit und innerer Gelassenheit. In der heutigen, schnelllebigen Zeit sind Fahrer*innen häufig Stress, Zeitdruck und zahlreichen Ablenkungen ausgesetzt. All das kann dazu führen, dass Menschen unachtsam werden, Fehler machen oder impulsiv und riskant fahren. Hier setzen alternative Methoden wie die Hypnose an, die dabei helfen sollen, innere…

  • Depression – was nun?

    Der Ausdruck Depression ist heutzutage in aller Munde und wird nicht mehr als „Anstellerei“ abgetan. Das Krankheitsbild wird sehr ernst genommen und gilt als behandelbar. Leider ist die Heilung dieses Krankheitsbildes oft langwierig, und viele sind der Überzeugung, dass es kaum Heilung gibt, nach dem Motto „Einmal Depression – Immer Depression“. Dieser Meinung bin ich…

  • Respekt!

    Dieses Wort fasziniert mich schon seit langer Zeit. Ich finde es sehr wichtig, es ist mit das Wichtigste im Umgang miteinander. Der Grundstein einer funktionierenden, sozialen Gesellschaft. Nun hat in den letzten Jahren dieses Wort einen seltsamen Beigeschmack bekommen. Es gibt Menschen, die Respekt in einen anderen Kontext rücken… es nimmt dabei nach meinem Verständnis…